Produktfotos für Amazon und Etsy, die durchgehen
Produktfotos für Amazon und Etsy scheitern selten an der Kamera, sondern an Kleinigkeiten: ein grauer statt weißer Hintergrund, ein Logo im Bild, zu wenig Pixel für den Zoom. Hier steht, was fast alle Marktplätze verlangen, wie du ein Hauptbild baust, das in den Suchergebnissen funktioniert, und wie du eine Serie von zwanzig Fotos in einem Durchgang fertig machst.
Bildanforderungen bei Amazon, Etsy und Co.: was fast überall gilt
Jeder Marktplatz hat seine eigene Liste, aber die Punkte überschneiden sich stark. Wer diese fünf Regeln einhält, kommt bei den meisten Plattformen durch die erste Prüfung:
- Hauptbild mit weißem oder sehr hellem Hintergrund. Amazon verlangt für das Hauptbild reines Weiß (RGB 255, 255, 255). Ein Hintergrund, der im Kamera-Display weiß aussieht, ist in der Datei oft hellgrau oder leicht gelblich, und genau das fällt bei der automatischen Prüfung auf.
- Das Produkt füllt den Großteil des Bildes. Amazon nennt etwa 85 % der Bildfläche. Ein kleines Produkt mitten in viel Weiß wirkt in der Trefferliste wie ein leerer Kasten.
- Kein Text, kein Wasserzeichen, keine Collage. Kein „Bestseller“-Sticker, kein Shop-Logo in der Ecke, keine drei Ansichten in einem Bild. Das gilt fürs Hauptbild fast überall.
- Genug Auflösung für den Zoom. Bei Amazon greift die Zoomfunktion erst ab 1000 px an der längsten Seite. Etsy empfiehlt mindestens 2000 px an der kürzeren Seite. Unter diesen Werten wird nicht unbedingt abgelehnt, aber die Kundschaft kann nicht ranzoomen.
- Nur das, was verkauft wird. Zubehör, das nicht im Paket liegt, gehört nicht aufs Hauptbild.
Etsy ist beim Hintergrund lockerer: Ein heller, ruhiger Hintergrund mit etwas Ambiente ist dort üblich, und das Vorschaubild wird im Format 4:3 beschnitten. Plane den Bildausschnitt also so, dass nichts Wichtiges am oberen oder unteren Rand liegt. Die Regeln ändern sich regelmäßig. Lies deshalb vor jeder größeren Fotoserie die aktuelle Liste deines Marktplatzes nach, statt dich auf eine Zusammenfassung zu verlassen, auch auf diese hier.
Wenn deine Bilder vom iPhone kommen, liegen sie oft als HEIC vor. Manche Upload-Formulare nehmen das nicht an. Wie du das sauber löst, steht in HEIC in JPG umwandeln.
Das Hauptbild bei Marktplätzen entscheidet über den Klick
In den Suchergebnissen sieht niemand deine Beschreibung, deine Bewertungen sind klein gedruckt, und das Hauptbild ist ein Quadrat von wenigen Zentimetern auf dem Handy. Dieses eine Bild muss in Sekundenbruchteilen zeigen, was das Produkt ist.
Welche Ansicht? Nimm die Ansicht, in der man das Produkt sofort erkennt, nicht die schönste. Bei einer Tasse ist das leicht schräg von vorn mit sichtbarem Henkel, bei Schuhen die Seitenansicht des rechten Schuhs, bei einem Rucksack die Vorderseite leicht von oben. Eine Draufsicht wirkt bei flachen Dingen (Karten, Drucke, Schmuck auf Fläche) gut, bei allem mit Volumen macht sie das Produkt flach und unkenntlich.
Warum ein gleichmäßiger Rand? Wenn du zwanzig Produkte im Shop hast, stehen sie in der Kategorieansicht nebeneinander. Liegt das eine Produkt bis an die Kante und das nächste schwimmt klein in der Mitte, sieht die Seite unruhig aus und die kleinen Produkte wirken billiger. Lege einen festen Rand fest, zum Beispiel 5 % der Bildbreite auf jeder Seite, und halte ihn bei allen Hauptbildern ein. Das erreichst du am einfachsten schon beim Fotografieren: Stativ, gleicher Abstand, gleiche Brennweite, und das Produkt immer an derselben Markierung auf dem Tisch.
Schatten oder nicht? Ein freigestelltes Produkt auf reinem Weiß ohne jeden Schatten kann wirken, als würde es schweben. Amazon erlaubt beim Hauptbild einen natürlichen Schatten, solange der Hintergrund weiß bleibt. Beim Freistellen fällt der Schatten aber meist mit weg. Wenn dir das Ergebnis zu künstlich vorkommt, ist das kein Fehler der Freistellung, sondern eine Stilfrage: Entscheide dich einmal und bleib dann bei allen Produkten dabei.
Nebenbilder: Details, Größe, Anwendung und die Frage, die immer kommt
Ab dem zweiten Bild darfst du mehr. Hier ist auch ein Hintergrund mit Ambiente erlaubt und sinnvoll. Plane die Nebenbilder nach den Fragen, die Käufer haben, nicht nach den Fotos, die du zufällig gemacht hast:
- Detail. Material, Naht, Oberfläche, Verschluss. Hier zahlt sich die Auflösung aus: Wer zoomt, will die Struktur sehen.
- Größe im Vergleich. Das Produkt neben einem Gegenstand, den jeder kennt: eine Hand, eine Kaffeetasse, ein Smartphone, ein DIN-A4-Blatt. Maßangaben im Text liest kaum jemand, ein Größenvergleich im Bild versteht jeder.
- In Benutzung. Die Tasche über der Schulter, die Kerze brennend auf dem Tisch, das Poster an der Wand. Hier passt ein echter Raum als Hintergrund.
- Die Frage, die immer kommt. Jeder Shop kennt sie: „Passt da ein Laptop rein?“, „Wie sieht die Rückseite aus?“, „Ist das Kabel lang genug?“. Schau in deine Nachrichten und Bewertungen, und mach genau dazu ein Bild.
- Lieferumfang. Alles, was im Paket liegt, nebeneinander. Das verhindert Rücksendungen wegen falscher Erwartungen.
Bei Ambientefotos stören oft Dinge, die beim Fotografieren niemand gesehen hat: ein Ladekabel am Bildrand, ein Fleck auf der Tischplatte, eine Steckdose. Statt neu zu fotografieren, kannst du solche Stellen mit Objekte aus einem Foto entfernen wegmalen. Bei Nebenbildern ist das unproblematisch. Beim Produkt selbst solltest du nichts entfernen oder verändern, was die Ware anders aussehen lässt als sie ist: Das endet in Rücksendungen und schlechten Bewertungen.
Ein Hinweis zur Auflösung: Wenn ein altes Detailfoto nur 800 px breit ist, kannst du es mit Bild vergrößern auf ×2 bringen, damit der Zoom greift. Das macht Kanten und Struktur sauberer, erfindet aber keine Details, die in der Aufnahme nicht drin waren. Für Nahaufnahmen von Material ist ein neues Foto immer besser.
Weißer Hintergrund für den Online-Verkauf: Ablauf für eine Serie von zwanzig Fotos
Zwanzig Produkte einzeln zu bearbeiten kostet einen Nachmittag, wenn jedes Bild anders aussieht. Mit einem festen Ablauf geht es deutlich schneller, und der Shop sieht danach einheitlich aus.
- Gleicher Aufbau beim Fotografieren. Stativ, gleicher Abstand, gleiches Licht (Fensterlicht von der Seite plus ein weißer Karton als Aufheller reicht für die meisten kleinen Produkte). Weißer oder hellgrauer Untergrund. Fotografiere lieber mit etwas zu viel Rand: Beschneiden geht später, Hinzufügen nicht. Mehr zum Aufbau steht in Produktfotos mit dem Handy.
- Auswählen, bevor du bearbeitest. Pro Produkt ein Kandidat fürs Hauptbild. Erst dann bearbeiten, nicht vorher.
- Freistellen mit weißem Hintergrund fürs Hauptbild. Das echte Weiß kommt von der Bearbeitung, nicht von der Kamera. Exportiere als JPG.
- Eine transparente PNG-Version separat speichern. Das gleiche Produkt noch einmal mit transparentem Hintergrund als PNG. Diese Datei brauchst du später für Werbeanzeigen, Banner, Social-Media-Grafiken oder einen saisonalen Hintergrund, ohne noch einmal freistellen zu müssen. Leg sie in einen eigenen Ordner, getrennt von den Upload-Dateien.
- Zum Schluss komprimieren. Erst wenn alles fertig ist. Wer zwischendurch komprimiert und dann weiterbearbeitet, speichert die Kompressionsartefakte mehrfach. Ziel: Die Datei soll klein genug sein, dass die Produktseite schnell lädt, aber groß genug für den Zoom.
- Benennen. Dateinamen wie tasse-blau-hauptbild.jpg statt IMG_4831.jpg. Du findest sie schneller, und bei manchen Shopsystemen wandert der Name in die Bild-URL.
Wo der übliche Rat falsch liegt: Häufig liest man, man solle gleich auf weißem Papier fotografieren, dann spare man sich das Freistellen. Bei weißen oder sehr hellen Produkten funktioniert das nicht: Ein weißes T-Shirt auf weißem Papier verliert seine Kanten, und beim Freistellen ist kaum noch zu unterscheiden, wo das Produkt aufhört. Fotografiere helle Produkte vor einem mittelgrauen oder farbigen Hintergrund und stelle sie dann auf Weiß frei. Der Kontrast hilft der Kantenerkennung erheblich.
Eine zweite Grenze: Glas, durchsichtige Verpackungen und Flüssigkeiten in Flaschen sind schwierig. Beim Freistellen wird entweder das Durchscheinende mit entfernt oder der alte Hintergrund bleibt im Glas sichtbar. Für solche Produkte ist ein Foto direkt vor einer sauberen weißen Hohlkehle oft das bessere Hauptbild, auch wenn das Weiß dann nachträglich etwas aufgehellt werden muss.
Schritt für Schritt in Airpic: Hintergrund entfernen und komprimieren
Airpic läuft im Browser, ohne Konto und ohne Abo. Hochladen, bearbeiten und das Ergebnis in der Vorschau ansehen ist kostenlos. In unseren Tests vom 19.09.2026 war ein Foto mit 1600 × 1200 px samt Haaren in 5 Sekunden freigestellt. Bei Produkten mit klaren Kanten geht es ähnlich schnell, bei sehr großen Dateien entsprechend länger.
Teil 1: Hauptbild mit weißem Hintergrund
- Öffne Hintergrund entfernen und zieh das Foto in das Feld. JPG, PNG, WebP, TIFF, HEIC und AVIF werden angenommen; die Ausrichtung aus den EXIF-Daten wird übernommen, das Farbprofil bleibt erhalten. Du musst iPhone-Fotos also nicht vorher umwandeln.
- Wähle als Hintergrund Weiß und als Ausgabeformat JPG. Für Marktplätze gibt es eine passende Voreinstellung, die genau diese beiden Werte setzt. Weiß ist hier echtes Reinweiß, nicht ein heller Grauton.
- Starte die Bearbeitung. Danach zeigt dir ein Vorher-nachher-Regler das Ergebnis. Zieh ihn langsam über die Kanten des Produkts und prüf die Stellen, an denen Freistellungen typischerweise scheitern: Henkel und Löcher (wird der Hintergrund darin auch weiß?), feine Fransen, Schnürsenkel, Etiketten an Fäden.
- In der 100-%-Ansicht siehst du die Kanten in voller Größe. Die Kanten werden in voller Auflösung berechnet, ohne hellen Saum um das Produkt.
- Lade die fertige Datei herunter. Die erste vollständige Datei im Monat ist kostenlos, danach nutzt du Credits, die nicht verfallen. Was das für eine Serie von zwanzig Bildern bedeutet, steht auf der Seite des Tools.
Teil 2: Transparente Version für Anzeigen
- Gleiches Foto, Hintergrund Transparent, Format PNG.
- Wenn an einer Stelle etwas fehlt oder zu viel stehen bleibt, kannst du die Maske mit den Pinseln Wiederherstellen und Löschen direkt im Browser nachbessern. Die Korrektur wird beim Herunterladen auf die volle Auflösung übertragen.
- Speichern und in den Ordner für Werbematerial legen.
Teil 3: Komprimieren für schnelle Ladezeiten
- Öffne Bilder komprimieren. Dieses Tool ist komplett kostenlos, auch der Download, und läuft in Sekunden.
- Format JPEG für das Hauptbild. Viele Marktplätze nehmen WebP oder AVIF beim Upload nicht oder wandeln sie ohnehin um.
- Qualität mit dem Regler um 85 einstellen. Darunter siehst du bei Produkten mit feinen Verläufen (Glanz, Metall, Haut) schnell Stufen.
- Maximale Seitenlänge nicht kleiner setzen als die Anforderung deines Marktplatzes, also mindestens 1000 px für den Zoom bei Amazon und 2000 px an der kürzeren Seite für Etsy. Genau hier passiert der häufigste Fehler: Wer eine Zielgröße in KB einstellt und gleichzeitig die Seitenlänge stark reduziert, bekommt eine kleine Datei, die beim Upload abgelehnt wird oder keinen Zoom mehr hat.
- Haken bei Metadaten entfernen. Das löscht Aufnahmedatum, Kameramodell und GPS-Position (wichtig, wenn du zu Hause fotografierst), das Farbprofil bleibt erhalten.
Deine Dateien werden 1 Stunde nach dem Download gelöscht, spätestens nach 1 Tag, und nie zum Training verwendet. Die Verarbeitung läuft auf GPUs in der EU. Wie der Weißabgleich beim Fotografieren gelingt und welche Fehler das Freistellen sichtbar macht, steht ausführlich in Produktfotos mit weißem Hintergrund. Und wenn du direkt loslegen willst: Hintergrund aus einem Produktfoto entfernen.
FAQ
Welchen Hintergrund braucht das Hauptbild bei Amazon?
Reines Weiß, also RGB 255, 255, 255. Ein Hintergrund, der nur hell aussieht, reicht nicht immer. Am sichersten ist es, das Produkt freizustellen und auf echtes Weiß zu setzen.
Welche Bildgröße empfiehlt Etsy für Produktfotos?
Etsy empfiehlt mindestens 2000 px an der kürzeren Seite. Das Vorschaubild wird im Format 4:3 beschnitten, also lass oben und unten etwas Luft. Die aktuellen Vorgaben stehen in der Etsy-Hilfe.
Muss bei Etsy der Hintergrund weiß sein?
Nein. Etsy erlaubt Hintergründe mit Ambiente. Ein heller, ruhiger Hintergrund macht das Produkt in der Trefferliste trotzdem besser erkennbar. Weiß ist vor allem bei Amazon für das Hauptbild Pflicht.
Darf ich auf dem Hauptbild ein Logo oder Text haben?
Bei Amazon nicht: kein Text, kein Wasserzeichen, kein Logo, das nicht auf dem Produkt selbst ist. Auf Nebenbildern sind Hinweise und Maße erlaubt, solange sie nicht wie Werbung wirken.
Von uns gemessen
- Hintergrund eines Fotos mit 1600 × 1200 px samt Haaren in 5 Sekunden entfernt. (19-09-2026)
Gemessen auf airpic.app bei bereits laufender GPU. Wurde sie eine Weile nicht genutzt, braucht der erste Auftrag 40 bis 90 Sekunden länger zum Starten.
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